Geschichte

Geschichte der Bergkapelle 1870 e.V.
von Peter-Lorenz Könen

Vereinsgründung

Am 16. Januar 1870 schließen sich interessierte Bergarbeiter zusammen und gründen den Knappen-Harmonie-Verein (KHV). Zweck des Vereins ist laut Statut die Anregung und Belebung des musikalischen Sinnes im Allgemeinen und die gegenseitige Aufheiterung seiner Mitglieder durch Aufführung passender Musikstücke im Besonderen. Aktive oder nichtaktive Mitglieder können nur Beschäftigte des Mechernicher Bergwerks-Actien-Vereins werden.
Die ersten 30 Jahre: Von einem Auftritt des KHV unter seinem ersten Dirigenten Hack aus Euskirchen berichtet das "Unterhaltungsblatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden", indem es auf das am 5. Februar 1871 stattfindende "Vocal- und Instrumental- Concert zum besten der im Felde stehenden Truppen" (während des deutsch - französischem Krieges 1870/71) hinweist.

Anzeige aus dem Unterhaltungs-blatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden, Januar 1871

Anzeige aus dem Unterhaltungs-blatt und Anzeiger für den Kreis Schleiden, Januar 1871

Zahlreiche Auftritte stehen in den folgenden Jahren an, wie z.B. die Mitwirkung anlässlich des Stiftungsfestes des Mechernicher Kriegsvereins am 23. Juli 1871 oder dem "Schützenfest nebst Siegesfeier" in Holzheim am 6. August 1871. Am 22. Dezember 1872 veranstaltete der KHV "im Steckerschen Saale zu Mechernich" ein Konzert zum Besten der Armen. Im Mai 1875 trägt er mit seinen Vorträgen zur Verschönerung des 25jährigen Jubiläums des Mechernicher Handwerksverein bei. Im gleichen Jahr wurde ein Bergfest in Mechernich gefeiert. Am 2. Februar 1876 veranstaltet der Mechernicher Männer-gesangverein in Verbindung mit den "Dilettanten des dortigen Knappen-Harmonie-Vereins ein Vocal- und Instrumenten- Concert.
Weitere Auftritte folgen am 30.Juli 1876 und am 16. Dezember 1876, wobei der "Theaterverein Thalia mit dem Knappen- Harmonie-Verein eine theatralische Abendunterhaltung veranstaltet". Hierbei handelt es sich um eine Theaterdarstellung mit musikalischer Untermalung einer Blaskapelle oder einer Streichergruppe. Aber nicht nur fröhliche Anlässe begleitete der Knappen-Harmonie-Verein. Ebenso umrahmte er traurige Anlässe mit seinem musikalischen Können. So auch die Beerdigung von Karl Kreuser in Bonn. Der Glück-Auf-Anzeiger von 1884 schrieb: "Den mit Blumen und Kränzen überladenen Totenwagen schritt die Mechernicher Bergwerkskapelle mit dem Cäciliengesangverein voran". Am 02. Februar 1888 wirkte der KHV bei einem Konzert des Männergesangsvereins mit. Am 5. September 1888 stellte der Generaldirektor des Mechernicher Bergwerksverein Herr Hupertz, anlässlich des 25jährigen Amtsjubiläums des Landrates des Kreises Schleiden, Freiherr von Harff, die Musikkapelle zur Verschönerung des Festes zur Verfügung. Weitere Auftritte sind am 25. August 1889 während des Schützenfestes in Kommern unter der Leitung des zweiten Dirigenten Heitzer, am 1. Februar 1895 bei der Beisetzung des Landrats von Harff, am 21.April 1895 anlässlich des 25jährigen Dienstjubiläums des Bürgermeisters August Sürth, am 18. Oktober 1898 bei der Fahnenweihe des Kriegsvereins Satzvey-Firmenich, am 18. Oktober 1898 während der Kirmes in Kommern und am 11. Juni 1899 anlässlich des vom Männergesangsverein veranstalteten Volksfest mit sämtlichen Vereinen.

Der Knappen-Harmonie-Verein 1898 mit ihrem Dirigenten Heizer

Der Knappen-Harmonie-Verein 1898 mit ihrem Dirigenten Heizer

In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die Musiker einen hohen musikalischen Stand gehabt haben. Zum einen findet man in den Anzeigen die musikalische Darstellung durch eine Blaskapelle und zum anderen durch eine Streichergruppe. Damals lernte jeder Musiker neben dem Blasinstrument auch ein Streichinstrument. Somit konnte immer das passende Instrument zum passenden Anlass genommen werden. Dieser Ausbildungsgrad hielt sich bis in die späte Nachkriegszeit nach dem zweiten Weltkrieg.

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